Herausforderung

6. Dezember 2009

Darwin ist… eine Herausforderung! Zumindest im Dezember, wo 35 – 40 ‘C und eine gefuehlten Luftfeuchtigkeit von 368% Unmengen von Schweiss auf die Stirn treiben, bevor man ueberhaupt daran gedacht hat, 10 Meter weit zu gehen. Kann nicht nachvollziehen, wie so viele freiwillig hier leben wollen. Denn besonders schoen find ich die Stadt nicht, abends ist hier viel Party, aber tagsueber kann man kaum was machen, und im Meer baden geht ganzjaehrig nicht wegen Quallen etc. Und um in irgendwelchen Parks hier die Zeit zu vertreiben, ist es mir hier zu warm/schwuel… Die Fahrt und die Nationalpark-Tour leisteten ein Uebriges, um meine Begeisterung fuer den Norden in Grenzen zu halten.

Auf die Zugfahrt hatte ich mich gefreut, weil nicht nur der Lonely Planet sie besonders anpreist. In der Gold-Class ist das bestimmt auch alles ganz nett. Die normalen Plaetze bieten in etwa den Komfort eines InterCity mit etwas mehr Beinfreiheit. Im Flieger nach Australien hab ich besser geschlafen. Was ich spannend fand, waren die unzaehligen Termitenhuegel auf der gesamten Strecke von Alice Springs bis hierher und vereinzelte kleinere Buschfeuer.

Die Tour nach Litchfield und Kakadu war auch enttaeuschend. Schon der Start verzoegerte sich um ne 3/4-Stunde, weil die irgendwe Sachen durcheinander gebracht haben. Ausserdem fand mich die Busfahrerin scheisse. Naja, es war ja auch sicherlich voellig uebertrieben, dass ich mich beschwert habe, dass nach nicht mal einer Stunde Fahrt meine komplette linke Seite durchnaesst war, weil das Dach ein Leck hatte, durch das es staendig reinsuppte… Ich fand sie aber auch scheisse ;-) voellig inkompetent, hatte kaum was zu sagen zu der Landschaft, Geschichte, Kultur, Natur… war unfreundlich, oberflaechlich und ueberhaupt nicht in der Lage / daran interessiert, die Gruppe kennenzulernen. Das nur um das Schlimmste zu nennen… Ne Woche vorher hatte ich genau das Gegenteil kennengelernt in einem Guide, der hinterher von jedem einzelnen wusste, woher er kommt, was er macht etc., ne gute Zeit als Teil der Gruppe hatte usw. Wenigstens waren die meisten aus der Gruppe sehr nett und vor allem mit zwei Maedels jungen Damen (immerhin auch schon Mitte/Ende 30) aus Hamburg hatte ich viel Spass und eine gute Zeit, auch vorgestern noch in Darwin, bevor sie gestern frueh weitergeflogen sind.

Okay, ein bisschen was zur Tour noch. Leider waren wir viel im Bus, aber ein paar Orte waren toll! Die riesigen Termitenhuegel im Litchfield NP; Ubirr – ganz viele alte Aborigine Felsmalereien und wunderschoene Landschaft; Mary River / Wetlands – Krokodile etc. beobachten, eines davon, wie es gerade einen Barramundi (1 m lang) faengt; Jim-Jim-Falls – 215m hoher Wasserfall, der nur in der dry season erreichbar ist, wo er kein Wasser fuehrt. Trotzdem sehr beeindruchend und am Fuss des asserfalls ist ein grosses Wasserloch, in dem man wunderbar schwimmen kann.

Die verbleibenden Tage hier werde ich ein wenig durch Darwin ziehen und mal ein paar kleinere Sachen angucken, Aquarium, Aviation Centre, Botanic Gardens. Alles in Allem find ich es hier nicht so gut wie erwartet, aber ich will mich nicht beschweren, ich hab ja ne Menge Urlaub hier!

ps: Ich stell grad fest, es ist ja Nikolaustag heute. Trotz der (extrem kitschigen!!) Weihnachtsdeko ueberall, ist mir das gar nicht so praesent…


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